Du öffnest den Kühlschrank, ohne wirklich Hunger zu haben. Du isst Schokolade nach einem schlechten Tag. Du knabberst vor dem Fernseher, ohne es zu merken. Das ist emotionaler Hunger, und er ist der Hauptgrund, warum viele Menschen nicht abnehmen, obwohl sie genau wissen, was sie essen sollten.

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So erkennst du den Unterschied
SignalEchter HungerEmotionaler Hunger
AuftretenAllmählich (Stunden)Plötzlich (Minuten)
VerlangenJedes Lebensmittel gehtSehr konkret (süss/salzig)
Wo du es spürstIm MagenIm Mund oder Hals
Stunden seit der letzten Mahlzeit3+unter 2
Nach dem EssenSättigungSchuldgefühl oder Leere
AuslöserZeit / MagenLangeweile, Stress, Traurigkeit

Wie du die beiden unterscheidest

  • ECHTER Hunger: er kommt allmählich, jedes Essen wäre recht, du hörst auf, wenn du satt bist, und danach fühlst du dich nicht schuldig
  • EMOTIONALER Hunger: er kommt schlagartig, du willst etwas Bestimmtes (süss, salzig), du hörst nicht auf, obwohl du satt bist, und danach kommt das schlechte Gewissen

Die häufigsten Auslöser

Eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Untersuchung fand, dass 38 % der Menschen mindestens einmal pro Woche aus emotionalen Gründen zu viel essen. Die häufigsten Auslöser sind:

Achtsamkeit und bewusstes Essen
Achtsamkeit und bewusstes Essen
  • Stress in Beruf oder Studium — Cortisol treibt das Verlangen nach Zucker
  • Langeweile: der häufigste Auslöser und zugleich der am leichtesten zu lösende
  • Traurigkeit oder Einsamkeit: Essen aktiviert dieselben Dopaminrezeptoren wie soziale Netzwerke
  • Müdigkeit: dem Gehirn fehlt Energie, also verlangt es nach Zucker — schlaf mehr
  • Konditionierte Gewohnheit: Fernsehen mit Snacks verknüpfen, Auto mit Fastfood, Sofa mit Eis

Fünf Techniken, die funktionieren

  • 1. Die Zehn-Minuten-Pause: wenn das Verlangen kommt, warte zehn Minuten. Rund 90 % der emotionalen Gelüste vergehen von selbst
  • 2. Trink ein Glas Wasser: das Gehirn verwechselt Durst und Hunger in etwa 60 % der Fälle
  • 3. Nimm drei tiefe Atemzüge: das aktiviert den Parasympathikus und nimmt der Dringlichkeit die Spitze
  • 4. Frag dich: würde ich jetzt einen Apfel essen? Wenn die Antwort nein lautet, ist es kein echter Hunger
  • 5. Ersetze die Handlung: isst du aus Langeweile, geh fünf Minuten spazieren

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Bestraf dich nicht dafür

Emotionaler Hunger ist keine Willensschwäche. Er ist eine erlernte Reaktion. Das Ziel ist nicht, ihn zu hundert Prozent abzuschaffen — das ist unmöglich —, sondern zu merken, wann er auftritt, und Werkzeuge zu haben, um damit umzugehen. Wenn du an einem Tag emotional isst, ist nichts passiert. Morgen ist ein neuer Tag.

Renzy hilft dir, bewusster wahrzunehmen, was du isst und warum. Wenn du jede Mahlzeit erfasst, siehst du mit der Zeit Muster: Isst du an Stresstagen mehr? Snackst du am Wochenende stärker? Genau diese Information ist der Hebel.

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