Gase zu haben ist normal

Beginnen wir mit dem Wichtigsten: Gase zu erzeugen und abzulassen ist eine voellig normale Verdauungsfunktion. Eine gesunde Person laesst 10- bis 20-mal am Tag Gase ab, und daran ist nichts Krankhaftes. Das "Gas-Problem" tritt nur auf, wenn sie klar uebermaessig, sehr geruchsintensiv, laut oder schmerzhaft sind, oder von laestigem Blaehbauch begleitet werden. Das zu verstehen nimmt viel Angst: In der grossen Mehrheit der Faelle deuten reichliche Gase auf keine Krankheit hin, sondern auf eine Kombination aus dem, was du isst, und wie du es isst. Und beides laesst sich anpassen.

Woher sie kommen: zwei Quellen

Darmgas hat zwei Haupturspruenge, und sie zu unterscheiden hilft, es anzugehen:

  • Geschluckte Luft (Aerophagie): schnelles Essen oder Trinken, Reden beim Essen, Kaugummi kauen, Rauchen oder kohlensaeurehaltige Getraenke. Diese Luft kommt meist als Aufstossen heraus, aber ein Teil erreicht den Darm.
  • Bakterielle Fermentation: sie ist die Hauptquelle des nach unten abgelassenen Gases und seines Geruchs. Die Bakterien im Dickdarm fermentieren die zuvor nicht aufgenommenen Kohlenhydrate und Ballaststoffe und erzeugen dabei Gas.

Die Lebensmittel, die die meisten Gase erzeugen

Da der Grossteil des Gases aus der Fermentation kommt, erzeugen manche Lebensmittel mehr als andere, wegen ihres hohen Gehalts an fermentierbaren Kohlenhydraten (den beruehmten FODMAPs). Die Klassiker: Huelsenfruechte, Kreuzbluetler (Kohl, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl), Zwiebel und Knoblauch, und Polyole (Sorbit- und Mannit-Suessstoffe aus Kaugummi und "zuckerfreien" Produkten). Bei Empfindlichen auch Weizen und Milchprodukte. Der Schluessel, wieder, ist, dass viele dieser Lebensmittel sehr gesund sind und nicht gestrichen werden sollten: Du musst deine Toleranz kennen. Ein Ernaehrungstagebuch hilft zu sehen, welche dich betreffen.

Wie du isst zaehlt so viel wie was du isst

Bevor du an die Lebensmittelliste gehst, pruefe deine Art zu essen, denn sie ist die am leichtesten zu behebende Ursache. Schnelles Essen laesst dich Luft schlucken und ueberlaedt die Verdauung; verlangsame, kaue gut und leg das Besteck zwischen den Bissen ab. Vermeide Kaugummi und Strohhalme (die staendig Luft schlucken lassen) und moderiere kohlensaeurehaltige Getraenke. In moderateren, verteilten Portionen zu essen, statt eines Uebermasses, reduziert die Fermentation auf einmal ebenfalls. Diese Aenderungen sind gratis, kosten keine Kalorien und reduzieren die Gase bei vielen mehr als jede Eliminationsdiaet.

Tricks fuer Huelsenfruechte (und Ballaststoffe)

Huelsenfruechte sind das Lebensmittel mit dem staerksten "Gas"-Ruf, aber sie sind zu gesund, um darauf zu verzichten, also lohnt es sich, sie zu vertragen zu lernen:

  • Weiche sie viele Stunden ein und schuette das Einweichwasser vor dem Kochen weg.
  • Koche sie gut; manchmal reduziert das Wechseln des Kochwassers die Fermentierbaren.
  • Beginne mit kleinen Portionen und steigere schrittweise: dein Mikrobiom passt sich mit der Zeit an.
  • Probiere geschaelte oder puerierte Sorten, die meist weniger Gase machen.
  • Bei Ballaststoffen allgemein gilt dieselbe Regel: langsam und mit Wasser erhoehen, nie auf einmal.

Wenn mehr dahintersteckt

Manchmal ist uebermaessiges Gas nicht nur eine Frage von Ernaehrung und Essstil, sondern das Zeichen einer Intoleranz oder Verdauungsstoerung. Wenn du systematisch viele Gase nach Milchprodukten bemerkst, kann eine Laktoseintoleranz vorliegen; wenn die Gase chronisch mit Schmerz, Blaehbauch und veraendertem Stuhlgang einhergehen, kann es sich um ein Reizdarmsyndrom handeln. Und obwohl Gase fast nie ernst sind, gibt es Zeichen, die eine aerztliche Konsultation verdienen: starke Bauchschmerzen, ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder eine neue und anhaltende Veraenderung des Stuhlgangs. Wenn sie auftreten, schreibe es nicht einfach den "Gasen" zu: geh zum Arzt.

Zu identifizieren, was dir Gase macht, ist vor allem eine Frage, deine Mahlzeiten mit etwas Methode zu beobachten — und da hilft Renzy muehelos. Indem du fotografierst, was du isst, behaeltst du ein visuelles Protokoll, das du mit deinem Befinden abgleichen kannst, um deine Ausloeser-Lebensmittel und deine Toleranz zu erkennen, ohne ein Tagebuch von Hand zu fuehren. Mit diesem klaren Muster passt du genau das Noetige an — ohne auf gesunde Lebensmittel wie Huelsenfruechte zu verzichten — und reduzierst die Gase bei einer abwechslungsreichen Ernaehrung.

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